Angebot auf Englisch schreiben: Begriffe, Beispieltext und typische Fehler

Aktualisiert am 29. September 2026 von der Redaktion von Proposal Expert

Die richtigen englischen Wörter für Angebot, Kostenvoranschlag, MwSt und Unterschrift

Angebot heißt auf Englisch offer, quote, quotation oder proposal: quote und quotation für ein Preisangebot, proposal für ein ausführliches Projektangebot und offer vor allem im rechtlichen Sinn. Ein Kostenvoranschlag ist ein cost estimate oder kurz estimate. Wer ein Angebot auf Englisch schreibt, übersetzt aber mehr als Wörter: Beträge bekommen einen Dezimalpunkt, das Datum folgt einer anderen Reihenfolge, und die Umsatzsteuer braucht bei Kunden im Ausland einen eigenen Hinweis. Auf dieser Seite finden Sie eine Wörterliste mit den Begriffen, die in fast jedem Angebot stehen, die Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch und die richtigen Sätze für MwSt und Reverse Charge. Danach folgen die häufigsten Fehler deutscher Verfasser und ein englischer Beispieltext für Einleitung und Schluss.

Welche englischen Begriffe brauchen Sie für ein Angebot?

Die Liste zeigt links den deutschen Begriff und rechts die gängige englische Form im Geschäftsverkehr. Wo britisches und amerikanisches Englisch voneinander abweichen, steht beides dabei.

Offer, quote, quotation oder proposal: Welches Wort passt zu Ihrem Angebot?

Quote ist das gängigste Wort für ein Preisangebot: ein kurzes Dokument mit Leistung, Menge, Preis, Gültigkeit und Bedingungen. Quotation ist die formellere Langform und vor allem im britischen Englisch verbreitet, zum Beispiel in der Betreffzeile „Quotation No. AN-2026-041“. In den USA schreiben Unternehmen fast immer quote, im Bau auch bid. Proposal ist das ausführliche Angebot, in dem Sie neben dem Preis auch Ausgangslage, Vorgehen und Zeitplan beschreiben. Das passt zu Beratung, Agenturen, Softwareprojekten und allen Aufträgen, bei denen der Kunde Anbieter nach ihrem Ansatz vergleicht und nicht nur nach dem Preis. Offer ist die wörtliche Übersetzung und im Vertragsrecht der Begriff für den Antrag auf einen Vertragsschluss. Als Titel eines Dokuments wirkt „Offer“ auf englische Leser aber ungewohnt und klingt eher nach Werbeaktion. Im Fließtext ist das Verb dagegen völlig normal: „We are pleased to offer the following services.“ Legen Sie sich außerdem auf eine Variante des Englischen fest. Britisch schreibt man organisation, colour und instalment, amerikanisch organization, color und installment. Für Kunden in Großbritannien und Irland passt britisches Englisch, für Kunden in den USA amerikanisches. Wichtig ist vor allem, im ganzen Dokument bei einer Variante zu bleiben.

Wie schreiben Sie Beträge, Währung und Datum in einem englischen Angebot?

Im Englischen sind Komma und Punkt vertauscht. Aus 2.400,00 € wird €2,400.00 oder EUR 2,400.00. Der Punkt trennt die Dezimalstellen, das Komma die Tausender. Das Eurozeichen steht vor dem Betrag und ohne Leerzeichen, der Währungscode EUR mit Leerzeichen. Entscheiden Sie sich für eine Schreibweise und bleiben Sie im ganzen Angebot dabei. Bei Kunden außerhalb des Euroraums nennen Sie die Währung ausdrücklich, damit niemand an Dollar oder Pfund denkt. Das Prozentzeichen steht im Englischen direkt an der Zahl: 19% VAT statt 19 % VAT. Beim Datum unterscheiden sich die Varianten. Im britischen Englisch steht der Tag vorne (1 October 2026), im amerikanischen der Monat (October 1, 2026). Eine Zahlenfolge wie 01/10/2026 liest ein Amerikaner als 10. Januar, ein Brite als 1. Oktober. Schreiben Sie den Monat deshalb immer aus, auch bei der Gültigkeit und beim Zahlungsziel. Auch Einheiten gehören übersetzt: Stunden sind hours, Personentage person-days, und Stück heißt units oder pcs.

Wie schreiben Sie MwSt und Reverse Charge in einem englischen Angebot?

Die Mehrwertsteuer heißt auf Englisch VAT, kurz für value added tax. Für einen Kunden in Deutschland zeigt die Preistabelle die Zwischensumme ohne Steuer, die Steuer und den Gesamtbetrag. Der Regelsteuersatz beträgt 19 Prozent, der ermäßigte Satz 7 Prozent (§ 12 Abs. 1 und 2 UStG). Anders ist es bei einem Unternehmen in einem anderen EU-Land. Eine sonstige Leistung an einen Unternehmer wird dort ausgeführt, von wo aus der Empfänger sein Unternehmen betreibt (§ 3a Abs. 2 UStG, Artikel 44 der Richtlinie 2006/112/EG). Die Steuer schuldet dann der Kunde in seinem Land (Artikel 196 der Richtlinie). Sie rechnen netto ab, und die Rechnung muss die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ sowie Ihre USt-IdNr. und die des Kunden enthalten (§ 14a Abs. 1 UStG). In der englischen Fassung der Richtlinie lautet dieselbe Angabe „Reverse charge“ (Artikel 226 Nr. 11a). Schreiben Sie auf eine englische Rechnung am besten beide Formulierungen und kündigen Sie die Regel schon im Angebot an, damit der Kunde weiß, warum keine deutsche Umsatzsteuer ausgewiesen ist. Das deutsche Gegenstück ist § 13b UStG. Bezieht Ihr Unternehmen eine solche Leistung von einem Unternehmer aus einem anderen EU-Land, schulden Sie die Steuer (§ 13b Abs. 1 und Abs. 5 Satz 1 UStG). Für Handwerker wichtig: Bei Bauleistungen an einen Kunden in Deutschland, der selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt, geht die Steuerschuld auch im Inland auf den Kunden über (§ 13b Abs. 2 Nr. 4 und Abs. 5 Satz 2 UStG). Auch diese Rechnung trägt den Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ (§ 14a Abs. 5 UStG). Klären Sie Sonderfälle mit Ihrer Steuerberatung.

Welche Fehler machen deutsche Verfasser in englischen Angeboten?

Der häufigste Fehler ist die wörtliche Übersetzung. „Hiermit erhalten Sie unser Angebot“ wird zu „Herewith you receive our offer“, und das klingt im Englischen steif und nach Amtsdeutsch. Besser ist ein direkter Einstieg wie „Please find our quote for the new website below.“ Der zweite Fehler sind falsche Freunde, also Wörter, die ähnlich aussehen und etwas anderes bedeuten. Der dritte sind deutsche Zahlen- und Datumsformate, die im englischen Text stehen bleiben, etwa 2.400,00 € oder 01.10.2026. Der vierte ist die Grußformel. „Mit freundlichen Grüßen“ heißt Kind regards oder Best regards. Im britischen Englisch endet ein formeller Brief mit Yours sincerely, wenn Sie den Empfänger mit Namen anreden, und mit Yours faithfully nach „Dear Sir or Madam“. Im amerikanischen Englisch genügt Sincerely. Der fünfte betrifft die Bindung. Nach deutschem Recht sind Sie an ein Angebot gebunden, wenn Sie die Gebundenheit nicht ausgeschlossen haben (§ 145 BGB). Setzen Sie eine Frist, kann der Kunde nur innerhalb dieser Frist annehmen (§ 148 BGB). Ein unübersetztes „freibleibend“ oder ein fehlendes Gültigkeitsdatum lässt den Kunden deshalb im Unklaren. Schreiben Sie ausdrücklich „This quote is valid until 31 October 2026“ oder, wenn Sie nicht gebunden sein wollen, „This quote is non-binding“. Achten Sie schließlich auf die Anrede: Im britischen Englisch stehen Mr, Ms und Dr ohne Punkt, im amerikanischen mit Punkt.

Wie sieht ein englisches Angebot aus? Beispiel für Einleitung und Schluss

Das Beispiel stammt aus einem fiktiven Angebot der Hofmann Webdesign GmbH aus München an Kilbride Analytics, ein Beratungsunternehmen in Dublin. Weil der Kunde in Irland sitzt, ist der Text in britischem Englisch geschrieben: enquiry statt inquiry und Ms ohne Punkt. Die Einleitung bedankt sich für die Anfrage, nennt die Leistung und fasst das Ziel des Kunden in einem Satz zusammen. Der Schluss nennt Preis, Umsatzsteuerhinweis, Gültigkeit, Zahlungsbedingungen und den nächsten Schritt. Übernehmen Sie die Sätze und ersetzen Sie Namen, Leistung, Beträge und Daten durch Ihre eigenen.

Wie versenden Sie dasselbe Angebot in mehreren Sprachen?

Wer regelmäßig für Kunden im Ausland schreibt, pflegt schnell zwei Fassungen desselben Angebots, und bei jeder Änderung laufen sie auseinander. Einfacher ist es, das Angebot einmal aufzubauen und pro Kunde die Sprache zu wählen. Proposal Expert versendet dasselbe Angebot in 16 Sprachen, darunter Deutsch und Englisch. Die Preistabelle berechnet MwSt und Summen, das Tracking zeigt Ihnen den Stand des Angebots, und der Kunde unterschreibt digital. Die Unterschrift ist eine einfache elektronische Signatur im Sinne der eIDAS-Verordnung (Artikel 3 Nr. 10) mit Zeitstempel und versiegeltem Prüfprotokoll. Mit dem kostenlosen Konto versenden Sie drei Angebote und drei digitale Unterschriften pro Monat, das PDF trägt dann ein kleines Wasserzeichen. Die Wörterliste und die Liste der falschen Freunde auf dieser Seite helfen Ihnen, die englische Fassung vor dem Versand noch einmal zu prüfen.

Häufige Fragen

Was heißt Kostenvoranschlag auf Englisch?

Ein Kostenvoranschlag heißt auf Englisch cost estimate oder kurz estimate. Das Wort macht wie im Deutschen deutlich, dass es sich um eine Schätzung handelt. Nach deutschem Recht ist ein Kostenvoranschlag im Zweifel nicht zu vergüten (§ 632 Abs. 3 BGB). Haben Sie keine Gewähr für seine Richtigkeit übernommen und zeichnet sich eine wesentliche Überschreitung ab, müssen Sie das dem Kunden unverzüglich anzeigen (§ 649 Abs. 2 BGB). Kündigt der Kunde deshalb, ist Ihr Vergütungsanspruch begrenzt (§ 649 Abs. 1 BGB). Wollen Sie einen festen Preis zusagen, schreiben Sie deshalb nicht estimate, sondern fixed-price quote.

Heißt Angebot auf Englisch offer oder quote?

Beides ist richtig, aber in unterschiedlichen Situationen. Offer ist die wörtliche und juristische Übersetzung. Als Titel für ein Preisangebot verwenden englischsprachige Unternehmen aber quote, im britischen Englisch auch quotation, und für ein ausführliches Projektangebot proposal. Ein Angebot anfordern heißt to request a quote, die Anfrage selbst request for quotation. Ein Angebot annehmen heißt to accept a quote oder to accept a proposal.

Wie schreibe ich zzgl. MwSt und inkl. MwSt auf Englisch?

Zuzüglich MwSt heißt excl. VAT oder plus VAT, inklusive MwSt heißt incl. VAT. Eine typische Zeile lautet „€2,400.00 excl. VAT“ oder „€2,400.00 plus 19% VAT“. Nennen Sie immer den Steuersatz, denn ausländische Kunden kennen die deutschen Sätze von 19 und 7 Prozent (§ 12 UStG) nicht unbedingt. Bei einem Unternehmenskunden außerhalb der EU, etwa in den USA, berechnen Sie für Dienstleistungen in der Regel keine deutsche Umsatzsteuer, weil der Leistungsort beim Kunden liegt (§ 3a Abs. 2 UStG).

Was heißt freibleibendes Angebot auf Englisch?

Ein freibleibendes oder unverbindliches Angebot heißt non-binding quote. Im Dokument schreiben Sie zum Beispiel „This quote is non-binding and subject to change.“ Damit schließen Sie die Bindung an Ihr Angebot aus, was § 145 BGB zulässt. Im britischen Geschäftsverkehr begegnet Ihnen auch „subject to contract“. Das bedeutet, dass erst ein unterschriebener Vertrag bindet. Wollen Sie dagegen für eine bestimmte Zeit gebunden sein, schreiben Sie „This quote is valid until 31 October 2026“.

Kann ich ein deutsches Angebot mit einem Übersetzungsprogramm ins Englische übersetzen?

Als erster Entwurf ist das in Ordnung. Übersetzungsprogramme übernehmen aber oft den deutschen Satzbau und lassen Formate stehen, die im Angebot wichtig sind. Prüfen Sie die Übersetzung deshalb an fünf Stellen: das Wort im Titel (quote, quotation oder proposal statt offer), Beträge mit Dezimalpunkt, das ausgeschriebene Datum, die Zeile zur Umsatzsteuer und die Grußformel. Gehen Sie danach die Liste der falschen Freunde auf dieser Seite durch. Bei einem großen Auftrag lohnt es sich, den Text von einem Muttersprachler gegenlesen zu lassen.

Quellen

  1. § 145 BGB, Bindung an den Antrag
  2. § 148 BGB, Bestimmung einer Annahmefrist
  3. § 632 BGB, Vergütung (Abs. 3 zum Kostenanschlag)
  4. § 649 BGB, Kostenanschlag
  5. § 1 UStG, Steuerbare Umsätze
  6. § 3a UStG, Ort der sonstigen Leistung
  7. § 12 UStG, Steuersätze
  8. § 13b UStG, Leistungsempfänger als Steuerschuldner
  9. § 14a UStG, Zusätzliche Pflichten bei der Ausstellung von Rechnungen in besonderen Fällen
  10. § 19 UStG, Besteuerung der Kleinunternehmer
  11. § 34a UStDV, Rechnungen von Kleinunternehmern
  12. Richtlinie 2006/112/EG über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem, Artikel 44, 196 und 226 (EUR-Lex)
  13. Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (eIDAS), Artikel 3 Nr. 10 (EUR-Lex)

Verwandte Seiten